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Tai Chi Gruppe Silber Fit Bühlertal

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Die Gruppe "Silber Fit" des Tai Chi Zentrums Wolkenhand bringt das beschauliche Bühlertal am Fuße des Schwarzwalds ordentlich in Bewegung - mit fernöstlicher Kampfkunst, Bambusstöcken und dem Fächer.

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Vor allem Ältere will der Verein erreichen. Und macht dabei auch vor den Ältesten nicht Halt. Einmal pro Woche gibt der Vereinsvorsitzende Erich Essig Kurse im Bühlertaler Seniorenzentrum - sowohl für die Bewohnerinnen als auch Seniorinnen aus dem Ort.

Im Fokus stehen dabei langsame Übungen, die sowohl Beweglichkeit als auch Koordination fördern. In Asien hat Essig vor kurzem Mini-Gymnastikbälle entdeckt, mit denen einfache Rotations- und Kräftigungsübungen durchgeführt werden können. Die Resonanz: durchweg positiv.

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Als Erich Essig vor einigen Jahren zum ersten Mal Tai Chi im Seniorenzentrum anbot, war es gar nicht so einfach, die Älteren aus dem Ort dorthin zu bewegen. Viele hatten Berührungsängste, schließlich seien sie noch nicht reif fürs Altenheim, sagten sie.

Der kostenlose Übungsraum war dann zunächst ein gutes Argument, das Angebot mal auszuprobieren, später war die Skepsis verflogen und es entstand sogar eine enge Verbindung von "Externen" und "Internen", die das Gemeinschaftsgefühl in der Gemeinde Bühlertal gestärkt hat. 
 
Denn auch bei denen gab es durchaus Zweifel, wie sich die Leiterin des Seniorenzentrums erinnert.

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Sabine Ganter-Meier: "Es war eine positive Skepsis"

Die Leiterin des Seniorenheims erinnert sich an die Anfänge des Tai Chi in ihrem Haus. 

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Sabine Ganter-Meier

Für die Bewohner des Seniorenzentrum sind die Tai Chi-Einheiten am Freitagmorgen daher mittlerweile nicht nur eine angenehme Abwechslung im Alltag. Sie profitieren auch durch die Übungen - sowohl körperlich als auch geistig.

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Letztlich überzeugte wohl alle Beteiligten, welche Fortschritte man in punkto Beweglichkeit und Konzentration mit Tai Chi auch im hohen Alter erzielen kann.

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Übungen im Dunkeln

Die "externe" Gruppe aus dem Seniorenzentrum besucht die Kurse nicht nur, weil es für die Beweglichkeit gut ist. Es gilt auch, sich für diverse Auftritte fit zu machen. 

Mit von innen beleuchteten Luftballons wird die Gruppe beim Landesturnfest 2018 des Badischen Turner-Bundes und Schwäbischen Turnerbundes in Weinheim auftreten. Auch einen Namen hat die Gruppe für den Auftritt gefunden: "Feuer Tai Chi".

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Erich Essig: "Das Angebot ist auf die Leute zugeschnitten"

Der Verein hat knapp 70 Mitglieder ab 45 Jahre. Wichtig sei, dass die Trainer aus der Generation heraus kommen.

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Erich Essig bei der Fächer-Übung

Erich Essig ist das Herz des Vereins und erfindet Tai Chi immer wieder neu. "Wenn ich ein Jahr nichts Neues mache, dann werde ich nervös", erzählt er. Viele Bewegungsformen - wie etwa die Fächerübungen - bezieht er direkt aus China.

Als er mit dem Angebot von Tai Chi-Kursen in den Schwarzwald kam, begegnete man ihm mit Skepsis. "Als ich mal wegen Hallenterminen nachfragte, bot man mir die Zeiten nach 22 Uhr an", erinnert er sich.

Das ist heute anders - der Verein genießt hohes Ansehen durch sein Engagement im Ort. Aus Sicht von Essig kein Wunder - denn der Verein beherzigt Dinge, die in anderen Clubs vernachlässigt werden. 

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Erich Essig: "Wie kann ich die Übung gerade auf diese Gruppe zuschneiden?"

Der Vereinsvorsitzende beschreibt die Erfolgsfaktoren für die "Silber Fit"-Gruppe.

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Die Gruppe hat gerade ein neues Programm kennengelernt: "Bambus Qi Gong". Eine sehr effektive Übungsform für Sehnen und Bänder.

Das schöne daran: Man braucht kein teures Gerät, ein auf die individuelle Größe zugeschnittener Bambusstab aus dem Baumarkt reicht aus.

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Gerlinde Meier: "Ich geh selbstbewusster raus, ich bewege mich mehr"

Gerlinde Meier zählt die Vorteile der Teilnahme an den Kursen auf. Doch das ist längst nicht alles, was Tai Chi in ihr Leben gebracht hat: Sie hat ihren Partner bei "Silber Fit" kennengelernt.

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Tai Chi  sei "Gymnastik für den ganzen Körper", erklärt Waltraud Sternemann. Sie sei elastischer geworden, beweglicher. "Man bleibt gelenkig", freut sie sich.

Sie trainiert gemeinsam mit ihrem Mann Karl-Heinz bei "Silber Fit". Er erzählt, dass er mit Tai Chi deutlich ruhiger geworden sei. Stressige Situationen wie etwa einen langen Flug könne er jetzt viel entspannter angehen. Hinzu komme der gute Zusammenhalt in der Gruppe.

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Vom reinen Tai Chi-Verein hat sich der Club mit der Zeit verabschiedet. Mittlerweile werden auch  klassische Gymnastik und Qi Gong-Kurse angeboten.

Bei aller Ernsthaftigkeit ist die "Silber Fit"-Gruppe auch immer für einen Spaß zu haben. Ausflüge, gemeinsame Kanutouren und natürlich das "Nachturnen" gehören zum festen Bestandteil des Vereinslebens.

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Karl-Heinz Sternemann (vorne rechts): "Alle möglichen Sachen erzählen"

Die Ideen für die außersportlichen Aktivitäten kommen der "Silber Fit"-Gruppe nicht zuletzt beim so genannten "Nachturnen" im Anschluss an Gymnastik und Tai Chi.

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Daneben wird aber auch das gesellschaftliche Engagement außerhalb der Sporthalle bei "Silber Fit" großgeschrieben.

Hilfe für Straßenkinder und Frauen

Ein Engagement, dass sich nicht auf Bühlertal beschränkt sondern sogar bis nach Marokko reicht. Dort hilft die Gruppe unter anderem der Stiftung "Madame Ilsa", deren Vorsitzender Karl-Heinz Sternemann eifriges Mitglied bei "Silber Fit" ist. "Madame Ilsa" unterstützt in Marokko unter anderem ein Frauenhaus, ein Heim für Straßenkinder und eine Initiative, die vor Ort LED-Lampen herstellt, um so Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.

Entspannung und Bewegung

Die Hilfe der Badener besteht dabei nicht nur auf finanzieller Ebene. Vielmehr bringt der Verein die Fächer-Gymnastik nach Nordafrika. Sie soll den Kindern helfen, ruhiger zu werden, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und für Abwechslung im Alltag sorgen. Die Resonanz ist bislang sehr positiv, wie Karl-Heinz Sternemann berichtet: "Die Kinder sind begeistert."

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"Deutschlands coolste Seniorensportgruppe" kommt aus dem Schwarzwald

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Bundesfamilienministerien Franziska Giffey und Walter Schneeloch (DOSB) gratulieren Margot und Erich Essig vom Tai Chi Zentrum Bühlertal.
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Es gibt jede Menge besondere und coole Gruppen in Deutschland, in denen Ältere gemeinsam Sport treiben. Doch welche ist die coolste dieser Gruppen? Das wollte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wissen und lobte gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen Preis für diese Gruppen aus.

Mehr als 300 Bewerbungen 

Die Resonanz auf den Wettbewerb war riesig und die Jury hatte keinen leichten Job aus der Fülle der Einsendungen fünf Siegergruppen zu benennen. Von Bewerbungen in Reimform, über die Aufzählung der Anzahl der erneuerten Hüftgelenke bis hin zu ausgefallenen Sportarten hatten sich die Kandidaten einiges einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit der Jury zu gewinnen.

Kein leichter Job für die Jury 

"Auch wenn die Entscheidung aufgrund der vielen sehr guten Bewerbungen alles andere als leicht war, finde ich, dass wir großartige Gewinner gefunden haben, die für einen attraktiven Sport der Älteren stehen", kommentierte die Olympiasiegerin von 1972, Heide Ecker-Rosendahl die Jurysitzung am 13. März bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) in Bonn.

"Die Bandbreite und Anzahl der Bewerbungen sind schon außergewöhnlich. Sie zeigen die Popularität und Vielseitigkeit des Sporttreibens bis ins höchste Alter auf. Damit wird deutlich, dass das Thema schon längst in den Vereinen angekommen ist und immer mehr Ältere aktiv und bewegt leben", sagte DOSB-Präsident und Jurymitglied Walter Schneeloch.

Fünf Sieger stehen fest 

Als Deutschlands coolste Seniorensportgruppe wurde am 28. Mai 2018 beim Deutschen Seniorentag in Dortmund das Tai Chi Zentrum Yuin So Wolkenhand e.V. in Bühlertal ausgezeichnet. Zweiter wurde der Hamburger Verein StadtFinder/ Forum Spielräume e.V, den dritten Platz belegten die Inline-Skater und Tischtennisspieler des Bewegungswissenschaftsförderverein der Universität Hamburg. Üben den vierten Platz konnte sich die inklusive Tanzgruppe des Magdeburger SV freuen, den fünften Platz belegten die Boxer Dortmunder Boxsport 20/50.

Publikumspreis geht nach Hamburg

Bei einem zweiwöchigen Online-Voting der fünf Siegergruppen setzten sich zudem die Inline-Skater und Tischtennisspieler des Bewegungswissenschaftsförderverein der Universität Hamburg durch. Die Preise an die Gruppen wurden von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vor großer Kulisse überreicht.

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Bundesfamilienministerien Franziska Giffey und Walter Schneeloch (DOSB) gratulieren Margot und Erich Essig vom Tai Chi Zentrum Bühlertal.
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