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Inklusive Tanzgruppe Magdeburger SV

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Konzentrierte Gesichter, glänzende Augen -  wenn die Musik beginnt, zählt nur die gemeinsame Leidenschaft in der Turnhalle am Stadtrand von Magdeburg: das Tanzen.

Da ist es auch einerlei, mit welchem Handicap oder Alter sich die Tänzerinnen und Tänzer im Takt bewegen. Was sie verbindet, ist die gemeinsame Freude am Tanz und der Musik.

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Einmal pro Woche trifft sich die inklusive Tanzgruppe in der Halle im Magdeburger Stadtteil Westerhüsen. Vor der Übungseinheit ist die Stimmung ausgelassen, es wird viel erzählt und gelacht.

Doch wenn Gruppenleiterin Nicole Halfpaap mit kräftiger Stimme anzählt und die Musik endlich losgeht, sind alle mit voller Konzentration dabei. Schließlich müssen noch ein paar neue Schrittfolgen eingeübt werden - und da will schließlich keiner aus der Reihe tanzen.

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Seit drei Jahren tanzen Ältere und Menschen mit Behinderung hier zusammen. Dass dies so ist, haben alle Beteiligten vor allem dem Zufall zu verdanken.

Ursprünglich hatte sich die Gruppe zusammengefunden, um für ein Musical mit den Cheerleadern des Magdeburger SV 90 einige Tanzparts einzustudieren. "Doch ganz kurzfristig wurde dieses Musical abgesagt", erinnert sich Gruppenleiterin Nicole Halfpaap.

Aus der Not machte der Verein eine Tugend: Man suchte einen Raum, Freunde, Familien und Bekannte wurden eingeladen und gemeinsam mit anderen Tanzgruppen aus Magdeburg brachte man kurzerhand die erste "Inklusive Tanzshow" auf die Bühne.




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Der Verein schuf in den letzten Jahren einen Rahmen, in dem alle mit ihrer jeweiligen Behinderung oder Benachteiligung mitmachen können und vor allem respektiert werden. Alt tanzt mit Jung, der Spaß steht im Vordergrund und den richtigen Takt bestimmen alle gemeinsam.

Im Fokus hat die Gruppe dabei immer noch die "Inklusive Tanzshow". Aber es gibt nicht nur einen Auftritt im Jahr. Mittlerweile sind die Tänzerinnen und Tänzer schon recht bühnenerfahren. 

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Melanie Hase (li.): "So verschiedene Auftritte werden wir dieses Jahr haben"

Melanie Hase arbeitet in der Lebenshilfe-Werkstatt und tanzt seit zwei Jahren begeistert mit. Und obendrein ist sie eindeutig Fan der Fußballer des 1. FC Magdeburg. Sie blickt zurück auf die Tänze im vergangenen Jahr und wagt einen kleinen Ausblick.

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Seit der Gründung tanzt die Gruppe mit wachsender Begeisterung zusammen und übt weiter neue und immer kompliziertere Tänze ein.

Dabei kommt auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz. Der Transport zum Training wird organisiert, eine Kleinigkeit zum Geburtstag gekauft oder es gibt einfach nur ein paar aufmunternde Worte, wenn die Schrittfolge mal wieder etwas zu schwierig war: Längst hat sich innerhalb der Gruppe eine eigene Dynamik entwickelt.

Und die Vorfreude der Tänzerinnen und Tänzer auf die Bühne ist förmlich greifbar.

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Nicole Halfpaap: "Ich möchte gern, dass sie sich noch steigern können"

Koordinatives Training tut allen Beteiligten gut - und der Spaß macht das Lernen leichter, weiß die Sportwissenschaftlerin.

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Lydia Baedecker: "... dann ist das richtig cool"

Die 65-Jährige ist vom Zusammenhalt in der Gruppe begeistert. Es ist nicht immer einfach, die neuen Schritte zu lernen, doch am Ende steht die Belohnung durch den Auftritt bei der "Inklusiven Tanzshow" in Magdeburg.

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Die Inklusive Tanzshow ging 2016 bereits zum zweiten Mal über die Bühne. Mit dabei ist auch die Tanzgruppe von Nicole Halfpaap. Die nächste Show ist für dieses Jahr geplant - danach soll es im Zweijahres-Rhythmus weitergehen.
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Nicole Halfpaap: "Das hat wunderbar geklappt in den letzten Jahre"

Die Gruppenleiterin erklärt, wie sie die Choreografie für die Tänze zusammenstellt - und dabei für alle Tänzerinnen und Tänzer den richtigen Einsatz findet.

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Tanzszenen

Regelmäßiges Training, Verbesserung der Leistung und viel Spaß machen die Tanzgruppe aus. Das Jahreshighlight sind die Auftritte, besonders bei der Tanzshow - da sind sich alle Tänzerinnen und Tänzer einig.

Aber welchen Einfluss hat das Tanzen auf den Alltag - sei es der Älteren oder der Menschen mit Behinderung?

Ein gutes Beispiel dafür liefert Teresa Franz. Die Freude aufs Tanzen am Dienstagabend macht sich bei ihr sogar am Arbeitsplatz bemerkbar.

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Denn für Teresa ist der Dienstag ein absoluter Höhepunkt in der Woche. Teresa ist 31 Jahre alt und arbeitet in der Wäscherei der Lebenshilfe-Werkstätten in Magdeburg.

"Ich kann nicht klagen", antwortet sie bescheiden auf die Frage, wie ihr die Arbeit gefalle und sortiert weiter Wäschestücke. 

Doch wenn die Sprache auf das Tanzen kommt, ist sie mit vollem Herzen dabei. Und manchmal werden die neu gelernten Schritte auch gleich zwischen Heißmangel und Wäschetrommel vorgeführt.

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Teresa tanzt - mit Musik im Kopf

Zwischen den lauten Geräten in der Wäscherei braucht Teresa keine Musik - sie ist dann "im Tunnel" wie ein Betreuer sagt. 

Bei der Tanzprobe in der Gruppe ist die Freude ebenso deutlich zu sehen. 

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Die Begeisterung von Teresa, das Engagement von Nicole Halfpaap und der Spaß an der Bewegung aller Tänzerinnen und Tänzer macht das Besondere der inklusiven Tanzgruppe aus.

Und auch in Zukunft wird es nicht um Leistung gehen sondern um das gemeinsame Erleben.

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Petra Fuhrwerk: "Die Gemeinsamkeit von uns allen ist das Wichtigste"

Petra Fuhrwerk fasst zusammen, worum es bei der Gruppe wirklich geht.

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"Deutschlands coolste Seniorensportgruppe" kommt aus dem Schwarzwald

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Es gibt jede Menge besondere und coole Gruppen in Deutschland, in denen Ältere gemeinsam Sport treiben. Doch welche ist die coolste dieser Gruppen? Das wollte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wissen und lobte gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen Preis für diese Gruppen aus.

Mehr als 300 Bewerbungen 

Die Resonanz auf den Wettbewerb war riesig und die Jury hatte keinen leichten Job aus der Fülle der Einsendungen fünf Siegergruppen zu benennen. Von Bewerbungen in Reimform, über die Aufzählung der Anzahl der erneuerten Hüftgelenke bis hin zu ausgefallenen Sportarten hatten sich die Kandidaten einiges einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit der Jury zu gewinnen.

Kein leichter Job für die Jury 

"Auch wenn die Entscheidung aufgrund der vielen sehr guten Bewerbungen alles andere als leicht war, finde ich, dass wir großartige Gewinner gefunden haben, die für einen attraktiven Sport der Älteren stehen", kommentierte die Olympiasiegerin von 1972, Heide Ecker-Rosendahl die Jurysitzung am 13. März bei der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) in Bonn.

"Die Bandbreite und Anzahl der Bewerbungen sind schon außergewöhnlich. Sie zeigen die Popularität und Vielseitigkeit des Sporttreibens bis ins höchste Alter auf. Damit wird deutlich, dass das Thema schon längst in den Vereinen angekommen ist und immer mehr Ältere aktiv und bewegt leben", sagte DOSB-Präsident und Jurymitglied Walter Schneeloch.

Fünf Sieger stehen fest 

Als Deutschlands coolste Seniorensportgruppe wurde am 28. Mai 2018 beim Deutschen Seniorentag in Dortmund das Tai Chi Zentrum Yuin So Wolkenhand e.V. in Bühlertal ausgezeichnet. Zweiter wurde der Hamburger Verein StadtFinder/ Forum Spielräume e.V, den dritten Platz belegten die Inline-Skater und Tischtennisspieler des Bewegungswissenschaftsförderverein der Universität Hamburg. Üben den vierten Platz konnte sich die inklusive Tanzgruppe des Magdeburger SV freuen, den fünften Platz belegten die Boxer Dortmunder Boxsport 20/50.

Publikumspreis geht nach Hamburg

Bei einem zweiwöchigen Online-Voting der fünf Siegergruppen setzten sich zudem die Inline-Skater und Tischtennisspieler des Bewegungswissenschaftsförderverein der Universität Hamburg durch. Die Preise an die Gruppen wurden von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vor großer Kulisse überreicht.

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